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Die Stiftung Seraphisches Liebeswerk Altötting (SLW) besteht seit 1889.
Sie betreibt an sieben Standorten
in Bayern Einrichtungen der Kinder-
und Jugendhilfe, Kindertagesstätten, sowie vier private, staatlich anerkannte Grund-, Haupt- und Mittelschulen, davon zwei Förderzentren für emotionale und soziale Entwicklung. [mehr…]




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21.07.2017


Stiftung SLW Altötting gibt Schulträgerschaft am Josefsheim Wartenberg ab
Schulbetrieb wird unter dem Dach der Marie-Pettenbeck-Mittelschule weitergeführt


95 Jahre unterhielt das Josefsheim am Nikolaiberg eine eigene Schule, am 21. Juli wird der letzte Abschlussjahrgang an der Wartenberger Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, die der Stiftung Seraphisches Liebeswerk Altötting (SLW) angehört, entlassen. In den letzten Jahren bot die Heimvolksschule Wartenberg oftmals für viele Kinder und Jugendliche, die sich im öffentlichen Schulsystem nicht gut zurechtfanden, die Möglichkeit, einen erfolgreichen Abschluss zu machen und gefestigt ins Berufsleben zu starten. Das Besondere der Schule war dabei die überschaubare Größe von maximal sechs Klassen sowie die enge Zusammenarbeit der Lehrer mit den Erzieherinnen und Erziehern der nachmittäglichen Betreuung, da sich sowohl das Heim als auch der Hort auf dem gleichen Gelände befanden. Die schulischen Erfolgserlebnisse trugen laut Schulleiter Christoph Marschoun bei vielen Schülern zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins bei.

„Dementsprechend ist uns dieser Schritt nicht leichtgefallen“, betont Stiftungsvorstand Johannes Erbertseder, „aber die rückläufigen Anmeldungen für die private Heimvolksschule aufgrund des anhaltenden Ausbaus der Ganztagsbetreuung an den staatlichen Schulen haben dazu geführt, dass wir die geforderte Mindestzahl an Schülern für die Klassenbildung nicht mehr erreicht haben.“ Im Juni vergangenes Jahr hat sich der SLW-Vorstand nach enger Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern, dem Schulamt Erding und der Marktgemeinde Wartenberg entschlossen, die Trägerschaft für die Schule abzugeben, nicht jedoch, ohne tragfähige Perspektiven für die verbleibenden Schüler der zukünftigen achten und neunten Klasse zu entwickeln.

Martin Hagner, Gesamtleiter des Josefsheims, ist dankbar, dass die zahlreichen Gespräche mit der Marktgemeinde, dem Schulamt, dem Mittelschulverband Wartenberg und der Schulleitung der Marie-Pettenbeck-Mittelschule derart konstruktiv und im Sinne der Schüler und ihrer Eltern erfolgreich verlaufen sind.
Zum neuen Schuljahr können die verbleibenden Schüler als Außenklassen der örtlichen Mittelschule weiterhin im Schulgebäude des Josefheims unterrichtet werden. Die Jugendlichen müssen sich nicht vollkommen neu orientieren und sich an einer großen Schule zurechtfinden, sondern können sich im gewohnten Umfeld auf die Abschlussprüfungen vorbereiten, was auch dem künftig zuständigen Rektor Michael Braun sehr am Herzen liegt. „Wir unterstützen das Vorhaben mit unseren Raumkapazitäten und durch besonders enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften vor Ort“, erläutert Gesamtleiter Hagner die enge Abstimmung der SLW-Einrichtung mit der Schule vor Ort.

Dass das Haus im Laufe seiner 132-jährigen Geschichte immer wieder einem Wandel unterliegt, ist für Martin Hagner naheliegend: „Unser Ziel im Josefsheim ist es, dass unser Betreuungs- und Förderangebot zum Bedarf der Familien und der öffentlichen Jugendhilfe passt und angenommen wird. Trotzdem wird der Wegfall der Schule einen großen Einschnitt für das Haus bedeuten!“ Dass sich die jetzigen Neuntklässler auf ihre Abschlussprüfungen trotz der gegebenen Umstände wieder mit intensiver Unterstützung durch die Lehrkräfte und Erzieher gut vorbereiten konnten, ist laut SLW-Vorstand Johannes Erbertseder und Hausleiter Martin Hagner maßgeblich dem amtierenden Schulleiter Christoph Marschoun zu verdanken. Er hatte sich nach dem Wechsel seines Vorgängers Michael Braun an die Marie-Pettenbeck-Schule bereit erklärt, die Geschäfte zu übernehmen und führte die Schule mit großem Engagement durch das letzte Jahr unter SLW-Trägerschaft.

Für die Region wird sich das Josefsheim in enger Abstimmung mit dem Jugendamt Erding verstärkt als Jugendhilfestandort mit differenzierten sozial- und heilpädagogischen Angeboten im Bereich der Erziehungshilfen sowie im Kindertagesstätten-Betrieb profilieren und die Kooperation mit den umliegenden Schulen suchen. Im September starten unter dem Dach der SLW-Einrichtung bereits neue Angebote: Eine teilbetreute Wohnform zur Verselbstständigung von Jugendlichen, eine Großtagespflege und eine Kindergartengruppe im Kloster Moosen in Dorfen.